Low Carb Kuchen - ist das nicht ein Widerspruch? - Choose Your Level™

Low Carb Kuchen – geht das überhaupt?

Die Kunst vieler Ernährungsformen liegt darin Rezepte zu finden, die auch „Nicht-Anhängern“ der jeweiligen Ernährungsform schmecken. Das perfekte Rezept ist das, welches nicht nur den hardcore Anhängern schmeckt, sondern auch denen, die sich im Grunde genommen weder mit Diäten noch mit bestimmten Ernährungsformen auseinandersetzen wollen, sondern denen vor allem wichtig ist, dass es schmeckt.
Die Herausforderung besteht also darin Rezepte zu finden, die schmecken, gesund sind und auch noch mit dem jeweiligen Ernährungskonzept konform sind. Ist das nicht quasi die Quadratur des Kreises?

Nun ja, zugegebenermaßen… einfach ist es nicht, aber wenn’s einfach wäre, würde es ja auch jeder machen 😉

Die Herausforderung am Low Carb Kuchen liegt in erster Linie darin, dass der Kuchen in seiner Standarddefinition bereits all das beinhaltet, welches eben nicht low carb konform ist.

Der Kuchen gehört zu den feinen Backwaren, der je nach Rezept aus Mehl, Zucker, Bindemittel, Fett, einer Flüssigkeit sowie Aromen besteht. Mehl und Zucker bilden dabei in der Regel einen der Hauptbestandteile.
Aber, es gibt durchaus Mittel und Wege für alternative Süßungs- und Bindemittel.

Low carb Kuchen – Mehlersatz

Weizenmehl kann im Kuchen durchaus ersetzt werden. Alternativen sind z.B. Mandelmehl, Kokosmehl oder Leinsamenmehl. Achtet allerdings auf die Menge. Nicht immer eignet sich wirklich ein 1:1 Ersatz.

Mandelmehl

Entöltes Mandelmahl kann in Rezepten ohne Hefe zu 100% das normale Weizenmehl ersetzen. Mit gerade mal 4 Gramm Kohlenhydraten je 100g ist Mandelmehl absolut low carb geeignet.
Da 100g Mandelmehl deutlich mehr Volumen haben als 100g Weizenmehl, reicht es die Hälfte an Mandelmehl einzusetzen. Es gilt: 100g Weizenmehl können ersetzt werden durch 50g Mandelmehl.
In Rezepten mit Hefe sollten maximal 25% des Weizenmehls durch Mandelmehl ersetzt werden.

Kokosmehl

Beim Kokosmehl reichen bereits 40g Kokosmehl um 100g Weizenmehl zu ersetzen. Kokosmehl hat mit 16g Kohlenhydraten je 100g zwar etwas mehr Kohlenhydrate als Mandelmehl, ist aber dennoch absolut low carb geeignet.
Aufgrund seines leicht süßlichen Geschmackes erspart man sich zudem übermäßige Zugabe von Zucker oder anderen Süßungsmittlen.

Leinsamenmehl

Etwas nussiger im Geschmack ist das Leinsamenmehl, welches 1:1 mit Weizenmehl ausgetauscht werden kann.

Low carb Kuchen – Zuckerersatz

Neben Mehl macht einen Kuchen vor allem die Süße zu einem wirklich tollen Dessert oder Begleiter zum Kaffee trinken. Dabei muss es nicht zwingend immer weißer Raffinade Zucker zum Süßen sein.

Honig

Honig als natürliche Alternative zum Raffinade Zucker bietet vor allem den Vorteil, dass er mit deutlich mehr Vitaminen und Mineralstoffen als der weiße Zucker kommt. Zudem hat Honig eine antibakterielle Wirkung. Allerdings kommt der Honig mit fast genauso vielen Kohlenhydraten/ Kalorien wie normaler Zucker daher und sollte daher auch nur in Maßen eingesetzt werden.

Gleichzeitig hat Honig aber einen deutlich höheren Süßegrad, sodass weniger Honig eingesetzt werden muss um die Gleiche Süße wir mit Zucker zu erreichen, was wiederum Kalorien und Kohlenhydrate spart.

Stevia

Der Vorteil von Stevia ist die extrem hohe Süßkraft, sodass deutlich weniger Stevia als Zucker eingesetzt werden muss, um die gleiche Süße zu erreichen.
Stevia ist zudem Hitze- und backbeständig. Pauschal kann man sich merken: Knapp 60g Zucker können durch 20g Stevia ersetzt werden.

Erythrit oder Xucker

Erythrit gehört chemisch gesehen zu den Zuckeralkoholen. Die Namen „Sukrin“, „Xucker Light“, „Sucolin“ bezeichnen dabei alle das Gleiche. Xucker sieht aus wie normaler Zucker, süßt allerdings nicht so stark. Und genau da liegt auch der Nachteil. Xucker hat zwar weniger Kalorien, nur knapp 70% Kohlenhydrate/ Kalorien im Vergleich zu Normalen Zucker je 100g, allerdings benötigt mann statt 100g Zucker auch knapp 130g Xucker um das gleiche Ergebnis zu erreichen.

getrocknete Früchte, Fruchtzucker

Eine letzte (und definitiv auch meine favorisierte Variante) den Kuchen süß und schmackhaft zu bekommen, sind letztlich Früchte. Früchte (ob getrocknet oder frisch) kommen automatisch mit jeder Menge Vitaminen, Ballaststoffen und Mineralien.
Obwohl man auch Fruchtzucker nur in Maßen genießen sollte, eignet sich der Fruchtzucker aus Früchten nach wie vor am ehesten zum Süßen eines Kuchens.

Fazit: Low Carb Kuchen

Ein Low Carb Kuchen ist definitiv ein Stück weit ein kleiner Widerspruch in sich. Während man das Weizenmehl im Kuchen gut noch durch zahlreiche Alternativen austauschen kann, wird es bei der Süße schon schwieriger.

Fakt ist: Die Kohlenhydrate komplett zu meiden und dennoch ein leckeres, süßes, mit dem Original vergleichbaren Kuchen zu kreieren wird verdammt schwierig, wenn nicht sogar fast unmöglich.

Deswegen mein Tipp an euch:
Kuchen ist kein Grundnahrungsmittel, sondern nach wie vor eine Genussmittel, das man sich ab und zu mal gönnen sollte. Und wenn man dies tut, sollte man gefälligst nicht auf die letzten 5g Kohlenhydrate achten. Wer dennoch auf gesunde Zutaten achten möchte, dem empfehle ich das Weizenmehl durch eine der oben genannten Alternativen auszutauschen. Das tut dem Kuchen kaum Abbruch und wertet ihn rein inhaltlich tatsächlich noch einmal ein ganzes Stück auf. Bei der Süße empfehle ich insbesondere auf Trockenfrüchte (Rosinen, Cranberries, Datteln und Co) zu setzen und mit Honig zu arbeiten. Damit wird der Kuchen zwar nicht mehr unbedingt zum absoluten Low Carb Kuchen, er bleibt aber nach wie vor lecker – und das ist ja wohl immer noch die Hauptsache.